„Der alte Bach im neuen Licht“. Dieses neue Programm des Ensembles Altera pars ist einer der größten musikalischen Persönlichkeiten aller Zeiten gewidmet -Johann Sebastian Bach.
Bachs Erbe umfasst fast alle Gattungen von umfangreichen Werken für Cembalo und Orgel bis zu großen Orchestersuiten und Passionen. Die prächtigen und festlichen Passionssätze mit dem großen Orchester „mit Pauken und Trompeten“ kombinierte er meisterhaft innerhalb einer Kantate mit ganz intimen, zarten und instrumental bescheiden besetzten Kompositionen. Leider ist seine Orchestermusik nicht vollständig erhalten, und vieles gilt als verschollen.
Neben dem vielgespielten Werk von Bach, seinem herrlichen Brandenburgischen Konzert Nr. 5 für Cembalo solo, Flöte, Violine und Streichorchester, erklingen heute auch moderne Transkriptionen (lat. trans-scribere, wörtlich „hinüber-schreiben“) mancher seiner Stücke – die Bearbeitungen für andere Instrumente und Besetzungen, die in der Tradition des Barock stehen, ein vorhandenes Werk für ein anderes Instrument zu arrangieren oder fragmentarisch weiter zu nutzen. J. S. Bach selbst bearbeitete häufig seine eigenen Werke für andere Besetzungen und andere Kompositionen, wobei sich nur sehr wenige Originale erhalten haben. Das erschwert den Bach-Forschern die Aufgabe, verschollene Frühfassungen von Bachs Werken zu rekonstruieren. Und so sind in den Texten zur Bachforschung ganz oft folgende Beschreibungen zu finden: ,,Bearbeitungsvorlage für das Konzert (BWV 1056} war für die Außensätze wahrscheinlich ein verschollenes Violinkonzert in g-Moll, für den Schlusssatz aber vielleicht auch ein Oboenkonzert. Die Bearbeitungsvorlage des Mittelsatzes von BWV 1056 wird auch in der Einleitungs-Sinfonia von BWV 156 verwendet, doch sie ist vielleicht der Mittelsatz eines verschollenen Oboenkonzerts in d-Moll, dessen Außensätze in BWV 35 wiederverwendet wurden und das die Bearbeitungsvorlage für BWV 1059 gewesen sein könnte“.
In dem aktuellen Bach-Programm geht es unserem Ensemble allerdings nicht um die Rekonstruktionen verschollener Werke, sondern um eigene Arrangements von Stücken aus verschiedenen Werken zu neuen Kompositionen, die die Musik von Bach im neuen Licht erscheinen lassen. Ein charakteristisches Beispiel für unsere Herangehensweise stellt das erste Stück dieses Programms dar. Bach hat nämlich kein einziges Solokonzert für Traversflöte geschrieben. Es ist aber der Öffnungssatz -Sinfonia aus der Kantate „Non sa ehe sia dolore“ (BWV 209} für Flöte und Streicher überliefert, der für uns wie ein erster Satz eines Flötenkonzerts klingt. Die Sinfonia aus der Kantate BWV 156 wurde zum langsamen Mittelsatz bearbeitet, und aus der Fuge der Suite h-Moll für Flöte und Streicher (BWV 1067), aus der jeder die berühmte „Badinerie“ kennt haben wir den dritten Satz des imaginären Flötenkonzerts gemacht. Das zusammengestellte Konzert erklingt heute das erste Mal.
